Captura GmbH - Hoffnung für geschädigte Anleger?

In der anwaltlichen Praxis beschäftigt Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht immer wieder das Geschäftsmodell eines sog. „Nachrangdarlehens“.

Hiernach begeben Anleger einer Firma Kapital, welche – so jedenfalls die agierenden Anlageberater – dieses lukrativ und hochverzinst zwecks Investition anlegen soll.

Nicht selten scheitern entsprechende Geldanlagemodelle schon nach kurzer Zeit, was die Vergangenheit leider zu oft gezeigt hat.

Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH, Passau:

„Besonders dreist war die Akquise zur zwischenzeitlich insolventen „ASSET TRUST AG“ mit Sitz in Regensburg. Dieses Geschäftsmodell sah den Forderungskauf bestehender
Bauspar-, Lebensversicherungen oder Sparguthaben durch die ASSET TRUST AG vor. Nach den Empfehlungen diverser Anlageberater sollte es sich hier um ein sicheres Engagement handeln, wobei viele geschädigte Anleger allerdings um die tatsächlichen unternehmerischen Risiken anlässlich der einzelnen Beratungsgespräche nicht aufgeklärt waren“.

Frau Rechtsanwältin Bettina Wittmann konnte für zahlreiche geschädigte Anleger der insolventen ASSET TRUST AG erfolgreich Schadensersatzansprüche gegen die agierenden Anlageberater vor verschiedenen Landgerichten durchsetzen.

Entscheidend hierbei war, dass nach Auffassung der Gerichte ein Anleger bei der Vertragsgestaltung „Nachrangdarlehen“ wie ein Unternehmer selbst auftritt, jedoch den Nachteil hat, das er nicht einmal auf die unternehmerischen Entscheidungen einen Einfluss hat. Eine entsprechende mündliche Belehrung hätte der jeweils agierende Anlageberater nachweisen müssen, findet sich schlussendlich aber in den einzelnen Vertragsunterlagen hierzu nichts.

Frau Rechtsanwältin Bettina Wittmann sieht dieselbe Rechtsthematik auch aktuell in den Vertragsunterlagen der insolventen Captura GmbH (Az. des Insolvenzgericht München: 1507 IN 2731/15).

Wie sich aus zahlreichen Gesprächen mit geschädigten Anlegern ergeben hat, war im jeweiligen Beratungsgespräch um die tatsächlich dieser Anlageform systemimmanenten Risiken keine Rede.

Dabei ist ein Anlageberater nach ständiger Rechtsprechung verpflichtet, im Zuge einer objekt- und anlegergerechten Beratung die Anlageziele des Anlageinteressenten zu erheben und ebenso den Vermögensverhältnissen bzw. die bisherige Erfahrung des Anlegers zu hinterfragen. Nicht selten stellt sich heraus, dass aus den bisherigen Erfahrungen der Anleger und ihren Vermögensverhältnissen keineswegs erkennbar ist, weshalb diese ausgerechnet ihr Kapital in Form eines Nachrangdarlehens hätten anlegen sollen.

Frau Rechtsanwältin Bettina Wittmann rät betroffenen Anlegern grundsätzlich an, sich nicht auf die Vertröstungen der agierenden Vertriebsgesellschaften zu verlassen, tatsächlich mit Insolvenz der Captura GmbH sich der Totalverlust ergeben hat.

Betroffenen Anlegern ist daher anzuraten, sich umfassend durch einen auf das Fachgebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts spezialisierten Rechtsanwalt um effektive Maßnahmen zur Schadensbegrenzung beraten zu lassen.

Weitere Informationen unter www.rechtsberatung-passau.de.

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