Captura GmbH - Nachrangdarlehen nicht für "wachstumsorientierten" Anleger geeignet

Das Oberlandesgericht München hat in seiner Verhandlung vom 06.09.2018 ein Machtwort gesprochen: Einem wachstumsorientierten Anleger darf kein hochspekulatives Nachrangdarlehen zur Zeichnung empfohlen werden. Ohne Dokumentation um die sodann geänderte Risikobereitschaft ist die Anlageberatung fehlerhaft.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Passau die den klagenden Anleger auch zweitinstanzlich vertreten hat, erklärt:

„Die Schadensersatzklage des Anlegers gegen den beklagten Anlageberater wurde erstinstanzlich noch vom Landgericht München I abgewiesen. Im Streit stand eine sog. „Beratungsdokumentation“, welche vom Berater für den Anleger ausgefüllt worden war. Dort wurde unter „Anlageziele“ eine wachstumsorientierte Anlagestrategie vom Berater gewählt. Mit dieser Kategorie ist allerdings die Empfehlung eines hochspekulativen Nachrangdarlehensvertrages nicht vereinbar. Dies hat das Oberlandesgericht München nach Berufung des klagenden Anlegers gegen seinen Anlageberater auch bestätigt“.

Mit Insolvenz über das Vermögen der Captura GmbH hat sich für die Anleger der oftmals in Beratungsgesprächen nicht thematisierte Totalverlust realisiert, nach Meinung der agierenden Anlageberater indes jedem Anleger die einem Nachrangdarlehen systemimmanent erhöhten Totalverlustrisiken erklärt worden sind.

„Nach der Rechtsprechung ist allerdings auch eine in Informationsbroschüren dargestellte Risikoaufklärung kein Freibrief für die Anlageberater, die Risiken hiervon abweichend zu verharmlosen bzw. zu verschleiern“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann weiter, welche nicht nur in Sachen „Captura GmbH“ den betroffenen Anlegern anwaltliche Hilfe durch einen auf das Fachgebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts spezialisierten Rechtsanwalts anrät, wenn sich das oftmals als risikolos präsentierte Nachrangdarlehen als wertlos erweist.

In Sachen „Caputra GmbH“ sollten betroffene Anleger zeitnah fachkundigen Rat suchen.

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Jahr 2015 drohen bestehende Schadensersatzansprüche zum Jahresende 2018 zu verjähren.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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