Das Landgericht Nürnberg-Fürth sieht Prospektfehler in den Emissionsprospekten der MLR-Gesellschaften

Nachdem die BaFin den Fondsgesellschaften „MLR Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG“ und „MLR Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. 2. KG“ im Jahr 2011 die Erlaubnis zum Betreiben des Finanzierungsleasingsgeschäfts entzogen und gleichzeitig die Abwicklung beider Leasinggesellschaften angeordnet hatte, befinden sich die Fondsgesellschaften in der Abwicklung.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt gegen mehrere Verantwortliche der Gesellschaften.

Erfreuliche Tendenzen zeigt zwischenzeitlich die 10. Zivilkammer beim Landgericht Nürnberg-Fürth, welche in ersten Verhandlungsterminen Prospektfehler der Emissionsprospekte der MLR 1 und MLR 2 erkannt hat und daher grundsätzlich von einer Verurteilung des Treuhänders zu Schadensersatz ausgeht.

Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht und gleichzeitig Anlegeranwältin zahlreicher geschädigter MLR-Beteiligter:

„Wir gehen aktuell nicht davon aus, dass aus dem Abwicklungsverfahren eine Rückzahlungsquote für die Anleger realisiert wird. Für Anleger bedeutet dies, dass sie wohl auf ihrem Schaden sitzen bleiben, zumal zwischenzeitlich die in Abwicklung befindlichen Fondsgesellschaften dazu übergegangen sind, „Raten-Einzahler“, welche ihre Einzahlungen in die Fondsgesellschaften nach Bekanntwerden der wirtschaftlichen Schwierigkeiten eingestellt haben, im gerichtlichen Verfahren zur Einzahlung verurteilen zu lassen“.

Bettina Wittmann betont allerdings an dieser Stelle auch, dass beispielhaft die 6. Zivilkammer beim Landgericht Nürnberg-Fürth bislang von keinem Prospektfehler in den aktuellen Entscheidungen ausgegangen ist, demzufolge nach wie vor die rechtliche Frage um die Verantwortlichkeit der Verantwortlichen für das Prospektmaterial bzw. für mögliche Aufklärungspflichtverletzungen noch nicht abschließend geklärt ist.

„Hier muss das OLG Nürnberg entscheiden, ob sich Schadensersatzansprüche für die Anleger realisieren lassen können“, so RAin Bettina Wittmann weiter.

Betroffenen Anlegern ist indes eine grundsätzliche Prüfung der Sach- und Rechtslage anzuraten. Die Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH bietet eine kostenfreie Erstbewertung möglicher Ersatzansprüche gegen die Verantwortlichen an.

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