Derivest GmbH will auszahlen

Mit Schreiben vom 03.08.2017 wurde den Darlehensgebern der Derivest GmbH aus Marktredwitz eine Auszahlung auf das begebene Nachrangdarlehen in Aussicht gestellt. Die Auszahlung von gerade mal 5% des fälligen Kapitals sollte Ende Oktober / Anfang November über die Bühne gehen.

Dies berichtet Rechtsanwältin Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Passau.

Diese erklärt:

„Die Derivest GmbH aus Marktredwitz wurde 2009 gegründet. Gegenstand des Unternehmens sollte die Verwaltung des eigenen Vermögens und aller damit zusammenhängender Tätigkeiten sein. Hierzu bot die Derivest GmbH interessierten Anlegern die Begebung von Nachrangdarlehen an. Nach den Darstellungen der von unserer Kanzlei vertretenen Mandanten wurden allerdings die erhöhten Risiken von Nachrangdarlehen im oftmals am Zeichnungstag selbst geführten Beratungstermin nicht bzw. nur unvollständig mitgeteilt“.

Bei Begebung eines partiarischen Darlehens / Nachrangdarlehen muss der Anleger wissen, dass er einem Unternehmen ein Darlehen gibt, an welchem er nicht als Gesellschafter beteiligt ist, er also keinen Einfluss auf die Geschäfte und auch keinen ausreichenden Einblick in die Geschäftsentwicklung des Unternehmens hat. Gerade deshalb sollten sich Anleger durch die versprochenen Erträge nicht blenden lassen, sondern vorsichtig sein. Als Darlehensgeber muss der Anleger auch wissen, dass er bei einem qualifizierten Nachrang sein Kapital wie ein Gesellschafter auch dann im Unternehmen belassen muss, wenn dieses in eine wirtschaftliche Schieflage gerät.

Deshalb sollten sich Anleger nur dann zur Begebung von Nachrangdarlehen entschließen, wenn sie auch in der Lage sind, den Verlust des eingesetzten Kapitals zu tragen.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann weist zudem darauf hin, dass gerade von Anlageberatern Anschreiben von auf das Fachgebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts spezialisierten Rechtsanwaltskanzleien an betroffene Anleger als „nicht wichtig“ qualifiziert werden. Doch gerade bei einer fehlenden Risikobelehrung eines Nachrangdarlehens muss geprüft werden, inwieweit der agierende Anlageberater haftungsrechtlich zur Verantwortung zu ziehen ist.

„Unsere Erfahrung waren es gerade die agierenden Anlageberater bei der zwischenzeitlich insolventen Captura GmbH, die den Anlegern ein Vorgehen gegen den agierenden Treuhänder empfohlen hatten. Hier geht es unserer Meinung nach auch darum, verunsicherte Anleger bis zum Ablauf der Verjährungsfrist von 3 Jahren ruhigzustellen“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann weiter.

Die Empfehlung, sich von einem vom Vermittler / Berater unabhängigen Rechtsanwalt anwaltlich beraten zu lassen, gilt daher auch für ein Nachrangdarlehen bei der Derivest GmbH, selbst wenn – wie angekündigt – nunmehr 5% des fälligen Kapitals zur Auszahlung gelangen sollen.

Die Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH prüft aktuell auch die Auswirkungen auf die Darlehensgläubiger der Autark Gruppe, die bis Ende 2015 Nachrangdarlehen an Anleger ausgegeben und ihrerseits Nachrangdarlehen der Derivest GmbH Presseberichten zufolge begeben hatte. Finanzielle Schwierigkeiten der Derivest GmbH könnten folglich auch Auswirkungen auf die Autark Invest AG aus Liechtenstein haben.

Die Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH vertritt seit Jahren geschädigte Kapitalanleger im Bereich des Kapitalanlagerechts.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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