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Deutsche Öl und Gasfonds sowie Namensschuldverschreibungen von Energy Capital Invest

Die Stuttgarter Energy Capital Invest (ECI) wurde im Jahr 2008 gegründet und legte in den Jahren 2008 bis 2012 zahlreiche Öl und Gasfonds auf; seit dem Jahr 2013 wurden auch verschiedene Öl und Gas Namensschuldverschreibungen emittiert.

Teil des Firmengeflechts um Herrn Kay Rieck war neben der ebenfalls in 2014 in Stuttgart registrierten Holding-Gesellschaft, die Deutsche Öl und Gas AG, die Deutsche Öl und Gas S.A. mit Sitz in Luxemburg. Beide Holdings emittierten die Namensschuldverschreibungen.

Nach Angaben des Branchenportals „Kapitalmarkt intern“ sollen Anleger über 300 Mio. Euro in die ECI-Fonds / Namensschuldverschreibungen investiert haben.

Als Unternehmensgegenstand war bei allen Gesellschaften der Handel von Erdöl und Erdgas-Gewinnrechten beabsichtigt, sollte hierfür auch die erforderliche Infrastruktur errichtet werden. Die Förderung von Erdöl und Erdgas in Alaska wie auch in Texas sollte für die Anleger Renditen von bis zu 13% p.a. erwirtschaften.

Doch seit dem Jahr 2015, als die Anleger per „Zwangsumwandlung“ zu Aktionären wurden, sehen sich diese mit diversen Zahlungsaufforderungen, Gerichtsverfahren und Insolvenzen konfrontiert.

Nunmehr hat das OLG Celle in seiner Entscheidung vom 11.12.2019 die Prospektverantwortlichkeit der Gründungsgesellschafter, allen voran des eigentlichen Initiators Kay Rieck festgestellt.

Im Zuge dieser Entscheidung war der am 17.12.2012 von der ECI Verwaltungsgesellschaft mbH veröffentlichte Prospekt zur Beteiligung an der Gesellschaft mit der Bezeichnung „US Öl- und Gasfonds XVII GmbH & Co. KG“ in wesentlichen Punkten für unrichtig und irreführend qualifiziert worden.

So erachtete das OLG Celle u.a. die Darstellung möglicher Explorations- und Fördererfolge als ins Blaue hinein und ohne nachvollziehbare Grundlage erfolgt, werde in dem Prospekt durch in unmittelbarer Nähe durchgeführte Bohrungen das Vorhandensein sehr großer Gasmengen bestätigt und enorme Ölreserven fälschlicherweise darstellt.

Diese Prospektfehler haben die Gründungsgesellschafter zu vertreten, also die TB Treuhand GmbH als Gründungskommanditistin der Fondsgesellschaft sowie die Energy Capital Invest Oil und Gas Alaska GbR, deren persönlich haftende Gesellschafter Herr Kay Rieck sowie Herr Matthias Moosmann sind.

Ein fehlerhafter Emissionsprospekt eröffnet betroffenen Anlegern grundsätzlich auch Schadensersatzansprüche gegen den jeweils agierenden Anlageberater, wenn dieser die Anlageberatung auf den (fehlerhaften) Prospekt stützt. Die oftmals von den Vertriebsgesellschaften dargestellte Ordnungsgemäßheit ihrer Aufklärung greift bei einem fehlerhaften Emissionsprospekt gerade nicht, weil dann die Beweislast beim agierenden Anlageberater liegt, inwieweit er seinem Anleger erklärt hatte, dass das Prospekt falsch ist.

Die Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH bietet betroffenen Anlegern eine grundsätzliche Prüfung ihrer Handlungsmöglichkeiten an.

Die Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH ist schon seit vielen Jahren auf das Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert. Wir vertreten geschädigte Anleger bundesweit im vorgerichtlichen wie auch im gerichtlichen Bereich.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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