EN Storage GmbH - Alles Lug und Betrug?

Der Skandal um den Herrenberger IT-Dienstleister EN Storage GmbH nimmt ungeahnte Ausmaße an. Der vom Amtsgericht Stuttgart zum endgültigen Insolvenzverwalter bestimmte Rechtsanwalt Dr. Holger Leichtle geht davon aus, dass ein Großteil des in der Bilanz aufgeführten Geschäftsvolumens nie existiert hat. Es handelte sich mutmaßlich um ein Schneeballsystem.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit Monaten gegen das Unternehmen, nachdem Edvin Novalic, einer der beiden Geschäftsführer der EN Storage GmbH, verhaftet worden war.

Bettina Wittmann, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH rät betroffenen Anlegern eine grundsätzlich fachkundige Prüfung möglicher Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen.

„Wir vertreten zahlreiche Geschädigte der insolventen EN Storage GmbH, welche uns mitunter auch berichtet haben, die entsprechenden Kauf- und Überlassungsverträge seien als sichere Festzinsanlage von den einzelnen Vertriebsbeauftragten beworben worden. Angesichts eines gemäß Schätzung des Insolvenzverwalters auf mindestens 90 Mio. Euro belaufenden Schadens mit der damit einhergehenden Unsicherheit um das Erreichen einer nennenswerten Insolvenzquote raten wir betroffenen Anlegern ein Vorgehen gegen die jeweiligen Vertriebsbeauftragten wegen pflichtwidriger Anlageberatung an“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann, welche den jeweils agierenden Vertriebsbeauftragten darüber hinausgehend eine offenkundig gänzlich fehlende Plausibilitätsprüfung zum Vorwurf macht.

Für die Vermittlung von Vermögensanlagen im Sinne von § 1 Abs. 2 Vermögensanlagegesetz ist seit Januar 2013 eine Erlaubnis nach § 34 f Abs. 1 Nr. 3 GWO samt Haftpflichtversicherung erforderlich. Für den Vertrieb einer förmlichen Vermögensanlage ist grundsätzlich das Vorliegen eines von der BaFin gestatteten bzw. gebilligten Verkaufsprospekts Voraussetzung. Im Falle der Anlageberater muss der agierende Finanzberater ein Protokoll fertigen und übergeben.

Bei Direktinvestments gehen die beklagten Finanzdienstleister aber häufig ohne belegbare Risikoaufklärung bzw. Dokumentation in die Auseinandersetzung und berufen sich nur auf die einzelnen Risikohinweise in den werblichen Unterlagen.

Allerdings verlangt der Bundesgerichtshof von einem Anlageberater auch eine Aufklärung des Kunden zur Seriosität und Bonität der Verantwortlichen einschließlich zu möglichen Sicherungsmaßnahmen vor zweckwidriger Verwendung von Anlagekapital.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann: „In den von unserer Kanzlei vertretenen Schadensangelegenheiten konnte kein Anleger bei Zeichnung in 2015 eine Risikoaufklärung um die bereits vor diesem Zeitpunkt erfolgte Rückabwicklungsanordnung durch die BaFin mitteilen. Diese Information hätte der agierende Anlageberater allerdings den Anlageinteressenten geben müssen. So hatte die BaFin in 2014 der EN Storage GmbH aufgegeben, das von ihr unerlaubt betriebene Einlagengeschäft und die Einlagen an die Anleger unverzüglich wieder zurückzuzahlen“.

Presseberichten zufolge sollen allerdings keinerlei Rückzahlungen erfolgt sein, die letztendlich nach der von der BaFin der EN Storage GmbH aufgegebenen Einstellung des Einlagengeschäfts sodann von ihr emittierten Inhaber-Teilschuldverschreibungen im Volumen von 15 Mio. Euro die Krise der Gesellschaft nicht beenden konnten.

Die Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH empfiehlt betroffenen EN Storage-Anlegern schnellstmöglich zu handeln und ihre Ansprüche prüfen zu lassen.

Wir bieten Ihnen eine Ersteinschätzung Ihres Falles an, damit Sie in Erfahrung bringen, ob ein Vorgehen gegen die Verantwortlichen Erfolg hat oder nicht.

Für weitere Informationen wenden Sie sich per Email an: info@rechtsberatung-passau.de oder rufen Sie uns an unter Tel. 0851/988400.

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