Fehlerhafter Verkaufsprospekt führt bei "Canada Gold Trust II KG" zu Schadensersatzverpflichtung des agierenden Anlageberaters

Mit Entscheidung vom 17.02.2017 hat das Landgericht Konstanz neben weiteren Prospektverantwortlichen auch den agierenden Anlageberater wegen fehlerhafter Anlageberatung zu Schadensersatz verurteilt.

Das Landgericht Konstanz sah es als erwiesen an, dass das Verkaufsprospekt die bestehenden gesteigerten Abbaurisiken der Goldförderung falsch darstellt, was den Prospekt damit fehlerhaft macht.

Bettina Wittmann, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH erklärt:

„Ein Anlegeberater ist zu einer anleger- und objektgerechten Beratung verpflichtet. Insbesondere hat er seinem Anleger den Charakter der empfohlenen Geldanlage verständlich zu erklären. Wenn eine unternehmerische Beteiligung wie eine Fondsgesellschaft mit einem Sicherheitskonzept – wie vorliegend bei den Canada Gold Trust Fonds – beworben wird, täuscht dies nicht darüber hinweg, dass es sich immer noch um eine unternehmerische Beteiligung und damit um eine riskante Anlageform handelt, bei der auch ein Totalverlustrisiko besteht. Bei fehlerhaftem Anlageprospekt steht die Pflichtverletzung des Anlageberaters aufgrund der Übergabe des falschen Prospekts fest. Nach ständiger Rechtsprechung entfällt die Pflichtverletzung nur dann, wenn der Berater den Prospektfehler berichtigt hat, wofür er allerdings auch beweispflichtig ist“.

Die Canada Gold Trust Fonds sammelten auf dem deutschen Markt ca. 60 Mio. Euro Anlegergelder ein. Hiervon wurden ca. 40 Mio. Euro von den Fondsgesellschaften darlehensweise an kanadische Goldsuchgesellschaften verliehen. Die Rückzahlung sollte in 3 bis 4 Jahren mit hohen Zinsen erfolgen. Nach Meinung des den klagenden Anleger im Verfahren vor dem Landgericht Konstanz vertretenden Rechtsanwalt Christian Röhlke scheiterte das Konzept, weil die auszubeutenden Suchgebiete nicht genügend Gold aufwiesen und auch das Geld der Anleger zu einem großen Teil nicht in Kanada angekommen war.

Dennoch wurde gerade beim Fonds Canada Gold Trust II die Ertragserwartung als besonders gut dargestellt. Für die Fehler des Prospekts haftet nach Ansicht des Landgerichts Konstanz auch die Treuhandgesellschaft, die Xolaris Service GmbH.

Betroffenen Anlegern ist eine fachkundige Beratung durch auf das Fachgebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts spezialisierte Rechtsanwälte zu empfehlen, wenn ihnen eine Beteiligung an einem Canada Gold Trust Fonds als angeblich sicheres Engagement zur Zeichnung empfohlen worden ist.

Die Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH bietet betroffenen Anlegern eine grundsätzliche Bewertung um die in Betracht kommende Schadensersatzansprüche an, nicht nur gegen die agierenden Anlageberater, sondern auch gegen die Prospektverantwortlichen.

Weitere Informationen hierzu unter info@rechtsberatung-passau.de.

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