Geht der Wasserfonds Leonidas VII H2O den Bach hinunter?

403% Gesamtrückfluss sollte der Wasserfonds Leonidas Associates VII H2O über die Gesamtlaufzeit erzielen. Der Fonds wurde aufgelegt, um Wasseraufbereitungsanlagen mit dem Kapital von Blind-Pool-Investoren zu finanzieren.

Die erste Wasserbeteiligung Leonidas Associates VII H2O GmbH & Co. KG wurde bis Ende 2012 platziert. Das gezeichnete Eigenkapital lag bei über EUR 20,0 Mio. Dieser Wasserfonds sollte seine Investitionstätigkeit auf Wasseraufbereitungs-Anlagen, Entsalzungsanlagen und Wasserversorgungsprojekte vorrangig in Europa und Nordamerika konzentrieren. Private Anleger hatten erstmals die Gelegenheit am lukrativen Wassermarkt mit einem Portfolio verschiedenster Anlagen an der Wasserwirtschaft teilzuhaben und an großen Investitionsvolumen in Wasseraufbereitungsanlagen, Entsalzungsanlagen und Wasserversorgungsprojekte zu partizipieren. Der Fokus der Anlagestandorte, der Objektgesellschaften, in welche die Beteiligungsgesellschaft investiert hatte, sollte dabei auf Wasserwirtschaftsanlagen in USA, Kanada, Groß Britannien, Spanien und Gibraltar gerichtet sein.

Die Fachzeitschrift „Kapitalmarkt intern“ berichtete bereits in ihrer Aprilausgabe um eine Abschreibung der Vermögenswerte des Zielinvestmentfonds bei einer Neubewertung im Rahmen der Liquidation durch eine WP-Gesellschaft auf jeweils 1 USD.

Hintergrund soll sein, dass Leonidas VII H2O offenbar prospektwidrig in den von der Valartis-Bank aufgelegten Signina Capital Fonds AGmvK mit Sitz in Liechtenstein investiert hatte, an dem noch weitere Investoren dritter Seite beteiligt sind. Nach den Prospektangaben sollte allerdings eine Zwischenschaltung in den Fonds eines Drittanbieters nicht vorgesehen sein. Diese Entwicklung hat sich nunmehr laut Bericht der Kapitalmarkt intern vom 04.08.2017 negativ auf die Diversifikation ausgeübt.

Weiteren Berichten zufolge soll nicht nur aktuell die Rendite aller Anleger in Gefahr sein, sondern auch die gesamte Einlage.

Bettina Wittmann, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH aus Passau rät betroffenen Anlegern angesichts der völlig unklaren Situation an, sich fachkundig um diese Investition beraten zu lassen. Gerade bei Blind-Pool-Investitionen wird von Anlageberatern eine objektgerechte Beratung gefordert, welche nicht selten unzureichend erscheint.

Weitere Informationen unter: info@rechtsberatung-passau.de.

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