HCI Shipping Select 26: Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde gestellt

Knapp 70 Mio. Euro haben rund 1.900 Privatanleger in den Jahren 2008 und 2009 in den Schiffsfonds mit der Bezeichnung „HCI Shipping Select 26“ investiert. Nachdem bereits Ende 2015 vier Produkten- und Chemikalientanker des Fonds insolvent waren, wurde nunmehr Ende Juli 2016 Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.

Dies berichtet Frau Rechtsanwältin Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, unter Berufung auf aktuelle Berichterstattungen.

„Damit ist wieder eine Geldanlage gescheitert, welche von vielen Anlegern unserer Erfahrung nach als angeblich zur Altersvorsorge geeignet gezeichnet worden ist“, so RAin Bettina Wittmann, welche auch darauf hinweist, dass oftmals Schiffsbeteiligungen nicht dem Anlegerprofil des Anlegers entsprechen, was zu einer fehlerhaften Anlageberatung führen kann.

So werden nicht selten hochriskante Schiffsfonds an ganz normale Kunden verkauft, die weder über ein besonderes Vermögen noch über außergewöhnliche Einkünfte verfügen. Gelingt den betroffenen Anlegern dann der Nachweis einer nicht anleger- bzw. anlagegerechten Beratung, so kann er von seiner Anlageberatungsgesellschaft Schadensersatz verlangen.

Nach der Rechtsprechung des BGH steht einem Anleger, der bei Zeichnung einer Kapitalanlage von einem Anlageberater unvollständig oder falsch über das Produkt und die damit verbundenen Risiken aufgeklärt oder getäuscht worden ist, gegenüber dem Anlageberater ein Schadensersatzanspruch in Höhe des ihm entstandenen Verlustes zu. Ein solcher Aufklärungs- und Beratungsfehler kommt nach Auffassung des BGH beispielsweise dann in Betracht, wenn der Anlageberater / Anlagevermittler dem Anleger gegenüber die von ihm empfohlene Anlage als „sicher“ bezeichnet hat, obwohl diese mehr oder weniger spekulativ bzw. mit dem Risiko eines Totalverlusts behaftet ist.

Nicht selten wird jedoch von den beklagten Anlageberatungsgesellschaften der Einwand gebracht, die Anleger hätten jeweils die Prospektüberlassung mit umfassender Risikoaufklärung vor Zeichnung bestätigt.

Doch Vorsicht:

Gelingt dem Anleger der Beweis dafür, dass ihm das eigentliche Fondsprospekt entweder gar nicht oder am Tage der Beratung überlassen worden war, so liegt darin rechtlich gesehen keinesfalls eine „Bestätigung“ um den angeblich rechtzeitigen Prospekterhalt.

Außerdem stellt Frau RAin Bettina Wittmann immer wieder fest, dass die an das Kreditinstitut fließenden Provisionen aus dem Vertrieb einer Schiffsfondsbeteiligung im Beratungsgespräch nicht offengelegt werden.

Frau RAin Bettina Wittmann empfiehlt daher allen Anlegern, die eine Beteiligung an der HCI Shipping Select 26 oder an einer anderen notleidenden Fondsgesellschaft gezeichnet haben, mögliche Schadensersatzansprüche fachkundig prüfen zu lassen. Frau RAin Bettina Wittmann prüft die Erfolgsaussichten ihres Falles in einer Ersteinschätzung.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter info@rechtsberatung-passau.de.

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