HCI Shipping Select XVIII KG - Es droht die Verjährung möglicher Schadensersatzansprüche

Es waren keine guten Nachrichten, die die Anleger des Schiffsfonds HCI Shipping Select XVIII KG bereits dem Schreiben der Fondsgesellschaft vom 06.02.2013 entnehmen mussten. Die im Dezember 2012 beschlossene Sanierung war gescheitert. Die Fondsgesellschaft kündigte sodann an, nach einer anderen Lösung zu suchen, die auch von der finanzierenden Bank unterstützt werde. Damals noch konnte ein Verkauf des Schiffes „MS Marc Twain“ nicht mehr ausgeschlossen werden.

Zwischenzeitlich hat sich die Situation weiters verschlechtert: Das zum Dachfonds gehörende Schiff „MS Marc Twain“ ist zwischenzeitlich insolvent. Bereits im November 2012 wurde den Anlegern bei den weiteren Fonds „MS Hammonia Emden“ und „MS Hammonia Hussum“ mitgeteilt, dass die Charterraten zu gering seien.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH, Passau:

„Bei zahlreichen Fondsgesellschaften machen sich die Auswirkungen der Finanzkrise in 2008 bemerkbar. Nicht selten sind Schiffsfonds in Insolvenz, was für die Anleger das Totalverlustrisiko bedeutet. Nicht selten wurden die Anleger allerdings auf eine Verlustrisiko im Zuge der Beratung nicht hingewiesen. In einem Anlageberatungsgespräch müssen allerdings auch alle Risiken von Schiffsfonds umfassend erläutert werden, zumal in der Praxis mitunter feststellbar ist, dass die Emissionsprospekte entweder überhaupt nicht oder erst am Beratungstag überlassen werden. Damit ist nach der Rechtsprechung die Prospektüberlassung nicht „rechtzeitig“, weil der Anleger die Risiken aus den schriftlichen Emissionsunterlagen nicht herauslesen kann. In dieser Situation muss der Anlageberater neben den Chancen aus einer KG-Beteiligung auch alle hieraus resultierenden Risiken mündlich verständlich erläutern“.

Geschädigte Anleger können Schadensersatzansprüche gegen die Anlageberatungsgesellschaften wegen pflichtwidriger Anlageberatung geltend machen. Bei Vertrieb durch ein Kreditinstitut wäre es zudem die Verpflichtung der anlagevertreibenden Bank gewesen, die Anleger um die dort generierten Vertriebsprovisionen zu informieren. Die fehlende Offenlegung des Provisionsinteresses einer Bank stellt ebenfalls einen Beratungsfehler dar, welcher zu Schadensersatzansprüchen führen kann.

„Da der HCI Shipping Select XVIII KG im März 2006 emittiert wurde, müssen Anleger allerdings die absolute Verjährungsfrist von 10 Jahren beachten. Es gilt die taggenaue 10-jährige Verjährungsfrist bei Beitritt zur Fondsgesellschaft. Mögliche Forderungen könnten also schon verjährt sein oder werden demnächst verjähren“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH aus Passau weiter.

Die Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH vertritt bundesweit geschädigte Fondsanleger. Für weitere Rückfragen informieren Sie sich unter www.rechtsberatung-passau.de oder rufen Sie uns an unter Tel-Nr. 0851/988400.

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