HSC Shipping Protect II KG - Keine Kenntnis des Anlegers um Schadensersatzansprüche trotz Ausbleiben von Ausschüttungen

Mit erfreulicher Klarheit hat der BGH der bei Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen von den Vermittlern / Beratern / Fondsverantwortlichen immer wieder eingewandten Verjährung eine Absage erteilt.

Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht:

„Nach der Entscheidung des BGH war der klagende Anleger aus verjährungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht verpflichtet, die Rückseite der von ihm unterzeichneten Beratungsdokumentation mit den entsprechenden Risikohinweisen zur Kenntnis zu nehmen. Nach Auffassung des BGH ist ein Anleger aus verjährungsrechtlichen Gesichtspunkten auch nicht verpflichtet, die Beratungsdokumentation zu lesen, um zu überprüfen, ob er bezüglich der von ihm verfolgten weiteren Ziele des Kapitalerhalts und der gesicherten Altersvorsorge falsch beraten worden war“.

Im Streit stand eine Beteiligung an der HSC Shipping Protect II KG, welche in 2007 / 2008 emittiert worden war. Bereits seit 2008 hatten die Anleger keinerlei Ausschüttungen erhalten.

Nachdem die Vorinstanzen noch zu Gunsten des beklagten Vermittlers zur eingewandten Verjährung argumentiert hatten, weil die Ausschüttungen eben bereits seit 2008 ausgeblieben waren und folglich der Anleger um die fehlende Altersvorsorge hätte Kenntnis haben müssen, bewertete der BGH nun die dortigen Rechtsgrundsätze zur Verjährung neu.

Bettina Wittmann empfiehlt betroffenen Anlegern notleidender Fondsbeteiligungen eine grundsätzlich fachkundige Beratung durch Fachanwälte, die auf das Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts spezialisiert sind.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de
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