Insolvenz über das Vermögen der Captura GmbH - Gläubigerversammlung am Amtsgericht München

Zahlreiche Anleger nahmen an der ersten Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Captura GmbH teil. Nach Meinung des agierenden Insolvenzverwalters, Herrn Rechtsanwalt Dr. Hubert Ampferl, sollen allein im Jahr 2014 bei der Captura GmbH Fixkosten von über EUR 6,0 Mio. entstanden sein. Ein erheblicher Teil der investierten Gelder in Höhe von rund EUR 11,0 Mio. soll zudem kurz nach Investition wieder an die Captura GmbH als „Gewinnvorabvergütungen“ zurückgeflossen sein. Die Projekte und Projektpartner der Captura GmbH sollen teilweise fragwürdig und kaum werthaltig gewesen sein.

Bettina Wittmann, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, welche zahlreiche Geschädigte der Captura GmbH anwaltlich vertritt: „Nach Meinung von Herrn Rechtsanwalt Daniel Blazek, Partner der BEMK Rechtsanwälte, sollen weder Anleger noch Vermittler erkannt haben, in welcher Manier die Geschäftsführung und der Mittelverwendungskontrolleur ihren Pflichten nicht nachgekommen sind. Dem kann ich nicht zustimmen. Meiner Meinung nach wurden die systemimmanenten Risiken eines Nachrangdarlehens bewusst von den einzelnen Anlageberatern verharmlost bzw. verschleiert. Ein Anlageberater ist allerdings auch verpflichtet, die Plausibilität des von ihm angebotenen Anlagekonzepts zu prüfen. Tut er dies nicht, so können hieraus Schadensersatzansprüche entstehen. Allein wegen der Mittelverwendungskontrolle durch einen renommierten Rechtsanwalt aus einer Münchner Anwaltssozietät wird ein Nachrangdarlehen indes keine „sichere Anlage“. Als solche wurde ein Nachrangdarlehen bei der Captura GmbH meiner Erfahrung nach allerdings „an den Mann gebracht“. Insoweit sehen wird die einzelnen Vertriebsgesellschaften / Anlageberater haftungsrechtlich in der Pflicht“.

Das Portal „Börse Online“ informierte bereits am 23.10.2014 um die „trügerische Sicherheit“ bei der Captura GmbH. Dort wurde bereits darauf hingewiesen, dass die vermeintliche Mittelverwendungskontrolle durch einen unabhängigen Treuhänder kein Mittel darstellt, das vor Veruntreuung schützt. Insoweit hätte die Captura GmbH eine unabhängige Verwahrstelle (eine Depotbank oder ein von der BaFin Beauftragter) zur effektiven und ordnungsgemäßen Mittelverwendungskontrolle einsetzen müssen. Dies hat sie nicht getan.

Die Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH aus Passau vertritt zahlreiche geschädigte Anleger der Captura GmbH gegen die einzelnen Anlageberatungsgesellschaften / Anlageberater. Beabsichtigt ist nicht nur ein gemeinschaftliches Vorgehen bei Vermittlung durch denselben Anlageberater; die Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH prüft zudem die Option einer Prozessfinanzierung durch eine renommierte Prozessfinanzierungsgesellschaft.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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