Insolvenz über das Vermögen der P&R-Gesellschaften - Staatsanwaltschaft München I erhebt Anklage gegen Heinz Roth

Die Staatsanwaltschaft München I hat am 30.01.2019 Anklage gegen Heinz Roth als maßgeblichen Verantwortlichen der P&R-Gruppe wegen 114 Fällen des gewerbsmäßigen Betruges, darunter in 88 Fällen unter Verursachung eines Schadens großen Ausmaßes und wegen Steuerhinterziehung in 12 Fällen zum Landgericht München I erhoben.

Dies berichtet Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, Bettina Wittmann, aus der Kanzlei Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Passau unter Bezugnahme auf die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Kapitalmarkt intern“.

Rechtsanwältin Wittmann erklärt: „Laut dem Tatverdacht der Staatsanwaltschaft München wurden ab dem Jahr 2007 von den damaligen Verantwortlichen der P&R-Gruppe mehr Container an Anleger verkauft, als tatsächlich vorhanden waren. Haftungsrechtlich wird entscheidend sein, inwieweit die jeweils agierenden Anlageberater / Wirtschaftsprüfer hätten erkennen müssen, dass das Investment durch die aus dem Fehlbestand resultierenden desolate finanziellen Situation der P&R-Gruppe insgesamt mit einem Ausfallrisiko von mindestens 50% behaftet war. Hierzu findet sich jedenfalls in den von den einzelnen Anlageberatern ab Beratung in 2017 immer unter Bezug genommene Verkaufsprospekten gar nichts“.

Bislang haben sowohl das Landgericht Ansbach wie auch das Landgericht Dessau-Roßlau die jeweils gegen den agierenden Anlageberater gerichtete Schadensersatzklage abgewiesen.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann sieht hierin allerdings keinerlei Präjudiz für weitere Beraterklagen.

„Die Klageabweisung des Landgerichts Ansbach war insbesondere dem dortigen Vortrag der Klagepartei geschuldet, die das erkennende Gericht noch nicht einmal von einer irgendwie gearteten Beratung zur Anlage überzeugen konnte. Auch ist das Landgericht Dessen-Roßlau für uns nicht präjudiziell, als dass sich dort die von der Klagepartei vorgetragene Anlageberatung nicht verfestigen konnte, das Gericht von einer reinen Anlagevermittlung ausgegangen war“.

Nach ständiger Rechtsprechung des BGH sind indes sowohl Anlageberater wie auch Anlagevermittler zu einer Plausibilitätsprüfung des empfohlenen Investments verpflichtet. In den bislang von unserer Kanzlei bearbeiteten Sachverhalten wurde indes ein Investment bei der P&R AG als absolut sicher und ohne jegliche Verlustrisikohinweise zur Zeichnung angedient, sich unseres Erachtens die Vermittler/Anlageberater seit mindestens 2007 keine Gedanken um eine irgendwelche Plausibilität der zugrunde liegenden Verkaufskonzepts machen konnten.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann empfiehlt betroffenen Anlegern eine grundsätzliche Prüfung möglicher Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen, insbesondere gegen die agierenden Anlageberater / Anlagevermittler.

Unsere Kanzlei vertritt seit Jahren geschädigte Anleger / Verbraucher gegen die jeweils Verantwortlichen sowohl im vorgerichtlichen wie auch im gerichtlichen Bereich in ganz Deutschland.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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