Insolvenzverfahren über das Vermögen der Derivest GmbH

Am 07.11.2019 wurde vor dem Amtsgericht Hof das Insolvenzverfahren über die Derivest GmbH aus Marktredwitz in Eigenverwaltung eröffnet (Az. des Insolvenzgerichts des Amtsgerichts Hof: IN 245/19).

Hintergrund für die Insolvenzantragstellung durch die Derivest GmbH soll unter anderem das von einem Verbraucherverband geführte Verfahren gegen die Gesellschaft gewesen sein.

Dies berichtet Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, Bettina Wittmann aus der Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Passau.

Diese erklärt:

„Ein Verbraucherverband hatte die Nichtigkeit einer Nachrangklausel in den Vertragsformularen geltend gemacht und erstinstanzlich auch gewonnen. Um zu verhindern, dass die Derivest GmbH im Falle eines Obsiegens des Verbraucherverbandes in der derzeit laufenden Berufungsinstanz einen Antrag auf Eröffnung eines Regelinsolvenzverfahrens stellen muss, entschloss sich die Gesellschaft, Antrag auf Eigenverwaltung mit Schutzschirm beim Amtsgericht Hof zu stellen. Somit sei betroffenen Anlegern nunmehr zunächst angeraten, bis zum 27.12.2019 ihre Forderung im Insolvenzverfahren geltend zu machen“.

Betroffenen Anlegern sei zudem angeraten, fachkundig mögliche Schadensersatzansprüche gegen den agierenden Anlageberater / Anlagevermittler prüfen zu lassen.

„In unserer Beratungspraxis kommt es nicht selten vor, dass betroffenen Anlegern die Bedeutung um die Nachrangigkeit eines partiarischen Darlehens anlässlich der Begebung nichts mitgeteilt worden war, wurden vorrangig vor allem die angeblich positiven Aspekte um die Begebung eines Nachrangdarlehensvertrages von den agierenden Beratern referiert“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann in ihrer Stellungnahme weiter.

Diese rät betroffenen Anlegern folglich eine vollumfängliche Prüfung möglicher Schadensersatzansprüche gegen die agierenden Anlageberater an, da letztendlich nicht feststeht, inwieweit die Forderungen der Anleger mit einer nennenswerten Quote befriedigt werden können.

Presseberichten zufolge soll das zuvor von Gerhard Schaller und Markus Fürst geführte Unternehmen Nachrangdarlehen von bis zu 50,0 Mio. Euro begeben haben.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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