Insolvenzverfahren über das Vermögen der Firma IN-GENIUM Venture Capital Fonds GmbH & Co. KG - Strafrechtliche Ermittlungen gegen den Verantwortlichen

Die zur „Primus-Gruppe“ gehörende Publikumskommanditgesellschaft mit der Bezeichnung „IN-GENIUM Venture Capital GmbH & Co. KG“ stellte im Juni 2016 einen Eigenantrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Deggendorf.

Mit Beschluss des Amtsgerichts Deggendorf – Insolvenzgericht – vom 28.11.2016 wurde der Antrag der Schuldnerin auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen mangels Masse abgewiesen.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH, Passau, erläutert die Hintergründe:

„Die Fondsgesellschaft begann im Jahr 2004 durch ein seitens der Primus Produktmanagement GmbH unterhaltenes Vertriebnetzes auf der Grundlage eines Emissionsprospekts Kommanditisten zu gewinnen. Die eingeworbenen Gelder sollten u.a. in diverser Firmen in Amerika investiert werden, um Gesellschaftsanteile an diesen Gesellschaften zu erwerben. Später folgten Beteiligungen an weiteren Kommanditgesellschaften. Laut Bericht des agierenden Insolvenzverwalters über das Vermögen der Insolvenzschuldnerin waren sämtliche Investitionen offensichtlich nicht erfolgreich, weshalb die Insolvenzschuldnerin bis zum Jahr 2015 zu keiner Zeit in der Lage war, Überschüsse der Einnahmen über die Ausgaben zu erwirtschaften. Zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Schuldnerin war es gekommen, weil es den Vertriebsmitarbeitern seit dem Jahr 2013 nicht mehr gelang, neues Kapital einzuwerben“.

Für die betroffenen Anleger bleibt also nur der Totalverlust, es sei denn, die kenntnisunabhängige Frist zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen ist noch nicht abgelaufen.

„Gemäß § 199 Abs. 1 BGB beginnt die kenntnisunabhängige, absolute Verjährungsfrist zum Zeitpunkt der Beteiligung an der Gesellschaft. Diese endet taggleich 10 Jahre später“, so Bettina Wittmann in ihrer Stellungnahme weiter.

Betroffenen Anlegern, welche sich nach 2006 an der Fondsgesellschaft beteiligt haben, bleibt nur mehr die Hoffnung, durch verjährungshemmende Maßnahmen gegen die einzelnen Vertriebsbeauftragten der IN-GENIUM Venture Capital wegen pflichtwidriger Anlagefalschberatung vorzugehen.

Für Anleger, welche sich vor diesem Zeitpunkt an der Insolvenzschuldnerin beteiligt hatten, dürfte es nicht sehr tröstlich sein, dass die Staatsanwaltschaft Landshut gegen den geschäftsführenden Kommanditisten der Insolvenzschuldnerin, Herrn Robert Oswald, wegen Insolvenzverschleppung ermittelt. Ebenso wenig kann die Tatsache, dass eine Haftung der Kommanditisten für Schulden erst nach der Insolvenz über das Vermögen der Komplementär-GmbH besteht, wenig Hoffnung machen.

Anleger, welche indes noch verjährungsrechtlich die Möglichkeit haben, Schadensersatzansprüche geltend zu machen, sollten sich fachkundig beraten lassen.

Die Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH ermöglicht eine grundsätzlich kostenfreie Erstbewertung möglicher Schadensersatzansprüche. Bei Interesse rufen Sie uns einfach an (Tel. 0851/988400) oder schreiben Sie uns unter info@rechtsberatung-passau.de.

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