Insolvenzverfahren über das Vermögen der Mehrwert Konzeptmanagement GmbH - Handlungsoptionen für geschädigte Darlehensgeber

Die strafrechtlichen Ermittlungen um die Vorkommnisse der zwischenzeitlich insolventen „Mehrwert Konzeptmanagement GmbH“ ziehen immer größere Kreise:

Die Staatsanwaltschaft Mannheim prüft umfassend strafrechtliche Tatbestände um die Vertragsgestaltungen bei der Mehrwert Konzeptmanagement GmbH, deren Geschäftszweck darin bestanden hatte, Darlehen von Darlehensgebern zu generieren, um es dann der Mehrheitsgesellschafterin Fairpfand Deutschland GmbH für die Durchführung von Pfandgeschäften zur Verfügung zu stellen.

Denselben Geschäftszweck verfolgte die ebenfalls zwischenzeitlich insolvente Valorum Vermögensverwaltung GmbH, welcher als 100%-ige Tochtergesellschaft der Fairpfand Deutschland GmbH im Handelsregister eingetragen ist. Die eingesetzten Geschäftsführer der Valorum Vermögensverwaltung GmbH waren den Ermittlungen des Polizeipräsidiums Mannheim zufolge während ihrer Tätigkeit bei der Valorum zeitgleich auch Geschäftsführer bei der insoweit fast identisch konzipierten Mehrwert Konzeptmanagement GmbH.

Alle Darlehen wurden von freien Finanzmaklern vermittelt, die dadurch Provisionen von den einzelnen Firmen erhalten hatten.

Die Anleger wiederum hatten als Darlehensgeber partiarische Darlehen gewährt und zudem eine gesonderte Rangrücktrittserklärung unterzeichnet.

Dem Bericht des agierenden Insolvenzverwalters über das Vermögen der Mehrwert Konzeptmanagement GmbH, Herrn Rechtsanwalt Hendrik Schmoll, zufolge, wurden insgesamt rund 790 Darlehensverträge in einem Gesamtvolumen von insgesamt EUR 9,35 Mio. abgeschlossen.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, erklärt:

„Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim erhielt ein Großteil aller Darlehensgeber der Mehrwert Konzept Management GmbH bereits Ende 2012 / Anfang 2013 Vorabzinsen für 2012, obwohl weder ein Jahresabschluss vorlag noch festgestellt wurde. Diese Vorabausschüttungen in 2012 waren in den Verträgen nicht vereinbart. Dies und die Tatsache, dass es der Gesellschafterin nicht gelungen ist, Pfandgeschäfte in nennenswerten Umfang zu tätigen, deckten die erwirtschafteten Umsätze nicht einmal die Kosten des Geschäftsbetriebs, führten letztendlich zur Insolvenz über das Vermögen der MKM“.

Betroffenen Anlegern ist dringendst fachkundiger anwaltlicher Rat zu empfehlen, und zwar zeitnah. Die zivilrechtlichen Ansprüche gegen die agierenden Finanzvermittler dürften sich nicht nur auf vertragliche Anspruchsgrundlagen, sondern auch auf deliktische Haftungsgründe stützen lassen.

So liegt der Verdacht nahe, dass von vornherein geplant war, die Gelder der Darlehensgeber nicht in den versprochenen Geschäftszweck zu investieren, sondern anderweitig zu verwenden. Die Indizien sprechen für ein Schneeballsystem.

Die Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH prüft derzeit umfassend Schadensersatzansprüche gegen die agierenden Finanzberater, auch und gerade aus deliktischen Haftungsgrundlagen. Insoweit ist auch ein gemeinsames Vorgehen der Geschädigten gegen denselben Anlageberater geplant, sollten die Voraussetzungen für eine entsprechende Klägergemeinschaft vorliegen.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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