Lombardium-Anleger sollen Ausschüttungen zurückzahlen

Drei Jahren nach der Pleite des Hamburger Luxuspfandleihers Lombardium werden die Anleger vom Insolvenzverwalter über das Vermögen der Ersten Oderfelder Beteiligungs GmbH & Co. KG aufgefordert, die angeblich zu Unrecht ausgeschütteten Zahlungen zurück zu erstatten.

Dies berichtet Rechtsanwältin und Fachanwältin Bettina Wittmann aus der Kanzlei Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH unter Berufung auf die Berichterstattung im „Handelsblatt“.

„Die Lombardium-Gruppe hat ein verbotenes Schneeballsystem betrieben und seit 2013 keine Gewinne mehr erwirtschaftet. Rund 5.000 Anleger sollen bis Frühjahr 2020 die entsprechenden Aufforderungsschreiben erhalten“.

Demgegenüber wurde eine Beteiligung an der Lombardium-Gruppe oftmals als „festzinsartig“ von den verschiedenen Anlageberatern zur Zeichnung angedient, sollten die über die als „Lombard Classic 2“ bzw. „Lombard Classic 3“ bezeichneten Beteiligungsgesellschaften eingesammelten Gelder in Form von Darlehen zur Lombardium Hamburg GmbH fließen, die das Pfandhaus betrieb.

Vom beworbenen „lukrativen Pfandgeschäft“ kann indes keine Rede sein, die Lombardium-Gruppe tatsächlich ein reines Schneeballsystem betrieben hatte.

„Dieses Schneeballsystem nimmt der agierenden Insolvenzverwalter, Herrn Rechtsanwalt Scheffler aus Dresden, nunmehr als Rechtsgrundlage dafür, dass den Anlegern seit dem Jahr 2013 tatsächlich keine Gewinne ausbezahlt wurden, sondern die Zahlungen rein aus dem Betreiben des Schneeballsystems erwachsen sind. Dies wird als „unentgeltliche Leistungen“ qualifiziert, was dem Insolvenzverwalter das Recht gibt, die Auszahlungen an die Anleger anzufechten und die Rückerstattung zu verlangen“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann weiter, welche betroffenen Anlegern dringendst anrät, Schadensersatzansprüche gegen die jeweils agierenden Anlageberater prüfen zu lassen.

Im Zuge einer pflichtgerechten Anlageberatung muss die Beratung vor allem anlagegerecht sein, das heißt, die systemimmanenten Risiken einer Unternehmensbeteiligung sind dem Anleger unmissverständlich und klar offenzulegen.

Nach der Rechtsprechung darf das bestehende Risiko des Totalverlusts nicht durch etwaigen Verweis auf das „sichere Pfandleihgeschäft“ verschleiert bzw. verharmlost werden, ist der Anleger auch unmissverständlich vom Berater darauf hinzuweisen, wenn dieser die Wirtschaftlichkeit bzw. die Bonität des Kapitalsuchenden nicht hinreichend geprüft hat.

Die Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH berät und betreut zahlreiche Geschädigte diverser Geldanlagen im vorgerichtlichen wie auch im gerichtlichen Bereich in ganz Deutschland.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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