MCE Sternenflotte Fonds: Handlungsoptionen für geschädigte Anleger

Bereits mit Schreiben vom 12.07.2016 ließen die Fondsgeschäftsführungen der Fonds „MCE 07 Sternenflotte Flex“ und „MCE 09 Sternenflotte Flex“ den Anlegern nahelegen, die Beteiligungen aufzulösen.

Bettina Wittmann, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH aus Passau:

„Das Hamburger Unternehmen MCE Schiffskapital AG brachte die erste Schiffsbeteiligung im Jahr 2008 auf den Markt. Neun weitere folgten bis zum August 2012. Die MCE Schiffskapital AG legte nicht nur Schiffsbeteiligungen auf, die auf dem Erstmarkt investieren. Das Emissionshaus hat auch Zweitmarktfonds im Angebot, die in Schiffsfondsanteile investieren, die zuvor von einem ehemaligen Anleger veräußert wurden. Die MCE Schiffskapital AG ist Teil der MCE-Unternehmensgruppe, die neben der Konzeption und dem Vertrieb der Schiffsfonds auch die anschließende Verwaltung der Beteiligungen übernahm“.

Laut Berichterstattung im „Fonds professional“ vom 23.07.2012 ließ die MCE Schiffskapital AG die Zeichnungsphase für den „MCE 09 Sternenflotte Flex“ und „MCE 10 Sternenflotte Flex“ starten. Beide Fonds kauften Anteile an Schiffsbeteiligungen, die die Fonds über öffentliche Handelsplätze und im Direktankauf erwarben.

Im Februar 2017 wurden die Anleger verschiedener MCE Sternenflotte Fonds sodann von den Fondsgeschäftsführungen aufgefordert, Teile der geleisteten Ausschüttungen zurückzuzahlen. Begründet wurde die Forderung der einzelnen Fondsgesellschaften mit der Gefahr der drohenden Insolvenz, die teilweise Wiedereinzahlung für die Anleger wirtschaftlich „sinnvoller“ sei, als die Rückzahlung sämtlicher Ausschüttungen im Falle der Insolvenz. Zur Untermauerung dieser Zahlungsaufforderungen wurde den Anlegern außerdem mitgeteilt, dass einzelne Gläubiger der jeweiligen Beteiligungsgesellschaften an die säumigen Anleger herantreten würden. Hier gaben die einzelnen Beteiligungsgesellschaften an, die Namen derjenigen Anleger bekanntzugeben, die nicht bereit sind, der Rückforderung der Ausschüttungen nachzukommen.

Bettina Wittmann sieht als Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht die in den einzelnen Schreiben von den Fondsgesellschaften formulierten Ankündigungen um die Bekanntgabe der „Kontaktdaten“ nicht nur strafrechtlich für bedenklich an. Insoweit sollten betroffene Anleger der jeweiligen MCE-Fonds unbedingt der Verbreitung ihrer Kontaktdaten widersprechen. Auch rechtlich sieht Fachanwältin Bettina Wittmann die Aufforderung der Rückzahlung geleisteter Ausschüttungen als fragwürdig an, weil insoweit noch nicht einmal feststeht, ob die Anleger überhaupt verpflichtet sind, Gelder bereitzustellen, welche der Zahlung zukünftiger Forderungen dienen sollen.

„In unserer Beratungspraxis ist uns außerdem aufgefallen, dass das von der MCE angebotene „Andienungsrecht“ oftmals als zusätzliches Sicherheitsmerkmal für die Beteiligung verwandt worden war. Entsprechend preisen die einzelnen Flyer der MCE-Fonds das angebotene Andienungsrecht tatsächlich auch als zusätzlichen Sicherheitsfaktor an, obwohl eine Schiffsfonds in Form der KG nichts mit einer sicheren, also einer kapitalgeschützten Geldanlage zu tun hat. Insoweit können Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung im Raum stehen, wenn ein Anleger eine sichere Anlage sucht und ihm ein Schiffsfonds zur Zeichnung empfohlen wird“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann in ihrer Stellungnahme weiter, welche gleichzeitig aber auch darauf hinweist, dass Anleger oftmals eine Beratungsdokumentation unterzeichnen mussten, in welcher alle Risiken dieser Beteiligung gelistet sind.

Die Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH vertritt seit Jahren geschädigte Anleger gegen anlagevertreibende Banken / Anlageberatungsgesellschaften. Betroffene Anleger der Fonds „MCE“, welche aktuell zudem mit der Rückzahlung geleisteter Ausschüttungen zwecks Vermeidung einer Insolvenz konfrontiert werden, sollten sich fachkundig beraten lassen, inwieweit individuelle Chancen auf Schadensersatz bestehen.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de. Zuständige Ansprechpartnerin ist Rechtsanwältin Bettina Wittmann.

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