P&R - Insolvenzverwalter schlägt Anlegern einen Vergleich vor

Wichtige Post dürfte geschädigten Anlegern der insolventen „P&R“ demnächst ins Haus flattern:

Der agierende Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Michael Jaffé, lässt darin mitteilen, es seien bislang EUR 110,0 Mio. gesichert worden, auch die vorhandenen Container weiters mit entsprechenden Mieterträgnissen vermietet seien.

Nach der Einschätzung des agierenden Insolvenzverwalters will dieser bis 2021 rund eine halbe Milliarde Euro erlöst haben.

Dies berichtet das Handelsblatt in seiner Online-Ausgabe vom 29.04.2019.

In seinem Schreiben stellt der Insolvenzverwalter Michael Jaffé die geschädigten Anleger vor die Frage, ob diese gegebenenfalls bereit seien, die Insolvenzforderung auf den tatsächlichen Rückkaufpreis zuzüglich Zinsen zu reduzieren. Diese Darlegung soll der Insolvenzverwaltung helfen, eindeutig zu ermitteln, in welcher Höhe den Anlegern ein Ersatz zusteht.

Gleichzeitig allerdings will die Insolvenzverwaltung aber auch eine Verlängerung der Verjährungsfrist zwecks Anfechtung erreichen.

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Bettina Wittmann aus der Kanzlei Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH erklärt:

„Zwischenzeitlich wurde der Firmengründer der P&R AG, Herr Heinz Roth, wegen gewerbsmäßigen Betruges angeklagt. Der strafrechtliche Vorwurf geht dahin, nicht existierende Container im Zuge eines Schneeballsystems an die Anleger „verkauft“ zu haben. Demzufolge steht die Frage im Raum, inwieweit die Zahlungen aus diesen Verträgen „Scheingewinne“ waren. Der Insolvenzverwalter hat sodann 3 Jahre nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Zeit, die als Scheingewinne zu qualifizierenden Zahlungen anfechtungsrechtlich gegen die Anleger geltend zu machen“.

Mit einer Verlängerung der Verjährungsfrist will die Insolvenzverwaltung erreichen, zu prüfen, ob die als Scheingewinne gezahlten Leistungen insolvenzrechtlich „benötigt“ werden.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann empfiehlt daher eine grundsätzliche Beratung um die Handlungsoptionen für betroffene Anleger, wobei diese nach wie vor darauf hinweist, dass im Zuge einer anwaltlichen Prüfung der Sach- und Rechtslage auch die Option der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen die agierenden Anlageberater zu untersuchen sein wird.

Für weitere Fragen können Sie sich jederzeit mit unserer Kanzlei ins Benehmen setzen.

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