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P&R - Rückzahlungsforderung des Insolvenzverwalters?

Dass das Geschäftsmodell der P&R als (Teil-) Schneeballsystem geführt wurde, ist spätestens seit den Ermittlungen im Insolvenzverfahren bekanntgeworden. Das Betreiben eines Schneeballsystems könnte für die Anleger indes weitreichende negative Konsequenzen haben.

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Bettina Wittmann aus der Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Passau, erklärt:

„Im Rahmen eines Insolvenzverfahrens ist der Insolvenzverwalter verpflichtet, Forderungen zur Insolvenzmasse zu ziehen. Zu diesen Forderungen gehören aber auch Leistungen an die Anleger, wenn die Zahlungen im Rahmen eines Schneeballsystems erfolgt sind. Im Wege einer Anfechtung hat der Insolvenzverwalter dann das Recht (und auch die Pflicht) alle Zahlungen, welche von der Insolvenzschuldnerin in den letzten vier Jahren vor Insolvenzantragstellung gezahlt wurden, zurück zu fordern.“

Anleger, welche allerdings bis zuletzt, das heißt bis zum Zeitpunkt der Insolvenzantragstellung, Zahlungen von der P&R erhalten haben, laufen demzufolge Gefahr, zur Rückzahlung der Leistungen durch den Insolvenzverwalter aufgefordert zu werden.

„In diesem Kontext stellt sich immer die Rechtsfrage, ob ein Insolvenzverwalter berechtigt ist, Zahlungen anzufordern, die als „unentgeltliche Leistung“ zur Auszahlung gelangt waren. Unentgeltlich ist eine Leistung, wenn der Erwerb und seine Endgültigkeit vereinbarungsgemäß nicht von einer ausgleichenden Zuwendung abhängen“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann in ihrer Stellungnahme weiter, welche zudem darauf hinweist, dass zwischenzeitlich auch die Frage der Schadensersatzverpflichtung des agierenden Anlageberaters / Anlagevermittlers in der Rechtsprechung aktuell immer mehr zu Gunsten der Anleger entschieden wird.

Presseberichten zufolge soll etwas das Landgericht München I der Klage eines Anlegers bei P&R gegen die dortige Bank stattgeben wollen. Kernpunkt des von der dortigen Anlegerin behaupteten Beratungsfehlers soll unter anderem die fehlende Aufklärung über die rechtlichen Schwierigkeiten beim Eigentumserwerb der Container bei P&R sein.

Der Vorteil einer Schadensersatzklage gegen die agierenden Berater kann im Falle eines Rückzahlungsgesuches durch den Insolvenzverwalter sein, dass im Zuge der klageweisen Verurteilung der Berater auch verpflichtet ist, den Anleger aus möglichen weiteren Verpflichtungen freizustellen.

Die Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH empfiehlt betroffenen Anlegern bei der P&R, ihre Rechte umfassend prüfen zu lassen.

Frau Rechtsanwältin Wittmann berät und vertritt seit vielen Jahren als Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht geschädigte Anleger im vorgerichtlichen wie auch im gerichtlichen Bereich bundesweit gegen die Verantwortlichen.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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