P&R - Skandal: Insolvenzverfahren gegen P&R-Gründer Heinz Roth eröffnet

Das Amtsgericht München hat am 06.03.2019 das Insolvenzverfahren gegen Heinz Roth eröffnet, wie Insolvenzverwalter Miguel Grosser aus der Kanzlei Jaffé mitteilte.

Dies berichtet Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarkt Bettina Wittmann aus der Kanzlei Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Passau.

Presseberichten zufolge sollen sich die Forderungen gegenüber Heinz Roth auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen, dem gegenüber Vermögenswerte stehen, die nach der ersten Einschätzung des Insolvenzverwalters zwar zur Deckung der Verfahrenskosten ausreichten; ob damit auch eine Quote für die Gläubiger verbleibt, bleibt anzuzweifeln.

Die P&R AG mit Sitz in München hatte die Vermietung von Containern als Geldanlage in Form eines Direktinvestments angeboten. Insgesamt sollen 54.000 Kunden annähernd 3,4 Mrd. Euro investiert haben. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens über Gesellschaften der P&R wurde bekannt, dass zwei Drittel der Container nicht existierten. Im Raum steht mithin ein Scheingeschäft.

„Inwieweit Anleger im Insolvenzverfahren mit einer Insolvenzquote befriedigt werden können, steht bislang noch nicht fest. Die Insolvenzverwalterkanzlei Jaffé rechnet zwar mit einer Verwertung der noch existierenden Container mit einer sodann zu erfolgenden Zahlung in 2020; angesichts des Anlagevolumens dürfte eine hohe Insolvenzquote für die Anleger unrealistisch sein“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann in ihrer Stellungnahme weiter.

Auch die bislang veröffentlichten Urteile von Anlegern gegen die agierenden Anlageberater lassen wenig Hoffnung auf Erstattung der zumeist zur Altersvorsorge investierten Gelder. Doch Vorsicht: Rechtsanwältin Bettina Wittmann weist darauf hin, dass die bislang veröffentlichten Entscheidungen diverser Landgerichte zwar zur Klageabweisung gelangt sind; ausweislich der dortigen Urteilen konnte indes vom klagenden Anleger noch nicht einmal der geltend gemachte Anlageberatungsvertrag schlüssig dargestellt werden.

Mit Abschluss eines konkludent geschlossenen Anlageberatungsvertrages hat der Anlageberater seinen Anleger anleger- und objektgerecht zu beraten. Im Zuge der objektgerechten Beratung ist der Anlageberater auch zur Schlüssigkeitsprüfung des von ihm zur Zeichnung empfohlenen Geldanlagemodells verpflichtet. Bei Verkauf der Container in 2017 hätte im Zuge der Schlüssigkeitsprüfung auch angesichts der damaligen Hinweise der Fachpresse auf Unregelmäßigkeiten bei P&R geprüft werden müssen, weshalb P&R weit mehr Geld an die Anleger auszahlte, als die Containervermietung einbrachte. Dies hatte die „Stiftung Warentest“ im Juni 2017 publik gemacht.

Zweifel am P&R Geschäftsmodell und Diskussionen in der Fachwelt gab es schon Jahre vorher.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann aus der Kanzlei Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH vertritt zahlreiche Anleger der skandalträchtigen P&R-Gruppe, auch und gerade gegen die agierenden Anlageberater.

Weitere Informationen hierzu unter info@rechtsberatung-passau.de.

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