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Terminsbestimmung des AG Charlottenburg/Insolvenzgericht zwecks vergleichsweiser Regelung mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfgesellschaft i.S. "Europäisches Branchenkompetenzzentrum für die Gesundheitswirtschaft"

Das Amtsgericht Charlottenburg – Insolvenzgericht – hat einen Termin zur Beschlussfassung der Gläubigerversammlung über die Zustimmung zu einer Vereinbarung zwischen dem Insolvenzverwalter und der KPMG AG Wirtschaftsprüfgesellschaft bestimmt, wonach die Gläubiger, deren Forderung in dem Zeitraum zwischen 13.06.2012 bis 10.12.2013 entstanden sind, anteilig befriedigt werden sollen.

Dies berichtet Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Bettina Wittmann aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Passau.

Diese erklärt:

„Dem dritten Zwischenbericht des Insolvenzverwalters über das Vermögen der „EWIV“ im dortigen Insolvenzverfahren zufolge soll nach Beschlussfassung einer Vereinbarung mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfgesellschaft ein Großteil der Gläubiger mit einer nennenswerten Quotenzahlung rechnen können. Ansonsten macht der Insolvenzverwalter den Anlegern wenig Hoffnung, nennenswerte Quoten im Insolvenzverfahren erzielen zu können. Von der anteiligen Befriedigung sollen auch nur die Gläubiger profitieren, die der EWIV partiarische Nachrangdarlehen in der Zeit vom 13.06.2012 bis zum 10.12.2013 begeben haben“.

Die Vereinigung mit der Bezeichnung „Europäisches Branchenkompetenzzentrum für die Gesundheitswirtschaft“ war formiert worden, um innovative Techniken im Gesundheitswesen auf der ganzen Welt zu vermarkten. Hierzu wurden über selbständige Anlageberater partiarische Nachrangdarlehen bei Anlegern eingeworben.

Als Vereinigung war es der EWIV indes noch nicht einmal gestattet, partiarische Darlehen entgegenzunehmen.

„In den bislang von unserer Kanzlei geführten Verfahren lassen die einzelnen Anlageberater zwar darauf hinweisen, sie hätten „jedem Anleger“ die systemimmanenten Risiken eines partiarischen Darlehens erklärt. Um die Tatsache, dass es der EWIV noch nicht einmal gestattet war, partiarische Darlehen zu emittieren, war indes keine Aussage getroffen worden, weshalb die jeweilige Anlageberatung auch pflichtwidrig falsch war“.

Rechtsfolge einer fehlerhafter Anlageberatung ist das Recht des Anlegers, den aus der empfohlenen Investition erlittenen Verlust als Schadensersatz vom beklagten Vermittler zu erhalten, und zwar zuzüglich Zinsen.

Rechtsanwältin und Fachanwältin Bettina Wittmann aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH rät daher jedem Anleger an, mögliche Schadensersatzansprüche durch einen auf das Fachgebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts versierten Rechtsanwalts prüfen zu lassen. Denn selbst wenn Anleger von der Vereinbarung zwischen dem Insolvenzverwalter und der KPMG AG Wirtschaftsprüfgesellschaft angesichts ihrer angemeldeten Insolvenzforderung profitieren sollten, so steht damit noch keinesfalls der gesamte Rückfluss des seinerzeit begebenen Darlehensbetrages fest.

Zudem weist Frau Rechtsanwältin Bettina Wittmann auch darauf hin, dass mögliche Schadensersatzansprüche in Sachen „EWIV“ zum Jahresende 2018 verjähren werden.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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