ThomasLloyd Festzins von Cleantech Infrastruktur - Eine sichere Anlage?

Im Jahr 2013 emittierte die Cleantech Infrastruktur GmbH aus Frankfurt am Main drei Anleihe-Varianten unter der Bezeichnung „ThomasLloyd Festzins“. Die Anleihen hatten eine Laufzeit von nur bis zu 24 Monaten. Eine Zeichnung war ab EUR 2.500,00 möglich.

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, Bettina Wittmann aus der Kanzlei Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, sieht bereits die Formulierung „Festzins-Angebote“ für fraglich an, handelt es sich bei diesen Anleihen tatsächlich um nachrangige Namens-Teilschuldverschreibungen.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann erklärt:

„Anleger konnten beim „ThomasLloyd Festzins“ unter drei Varianten wählen: 3,75% jährlich bei einer sechsmonatigen Laufzeit, 4,15% jährlich bei 12 Monaten Laufzeit oder 4,85% bei einer Laufzeit von 2 Jahren.

Nach der gewählten Mindestlaufzeit beträgt die Kündigungsfrist – abhängig von der gewählten Variante – 30 bis 90 Tage.

Aus den bisherigen Gesprächen mit unseren Mandanten, welche sich auf Empfehlung ihres Anlageberaters entschlossen hatten, in die Festzinsanleihe bei ThomasLloyd zu investieren, hat sich indes ergeben, dass um die dortigen Risiken in aller Regel anlässlich der Beratung kein Wort verloren wurde“.

Tatsächlich handelt es sich bei der von der Cleantech Infrastruktur GmbH angebotenen ThomasLloyd-Festzins-Anleihe um eine nachrangige und nicht dinglich besicherte Anleihe. Die Forderungen aus der Nachranganleihe treten daher gegenüber allen – nicht nachrangigen – Gläubigern im Rang zurück. Die Zahlung von Zins und Tilgung für die Nachrang-Anleihegläubiger (Anleger) stehen unter dem Vorbehalt, dass bei der Anleiheschuldnerin (Emittentin) durch die Zahlungen kein Insolvenzeröffnungsgrund herbeigeführt wird.

„Dies war unseren Mandanten allerdings anlässlich der Zeichnung dieser Festzins-Anleihen nicht bewusst, zumal zum Zeitpunkt der Emission dieser Anleihen bei der ThomasLloyd Group plc. vor allem Verluste aufgelaufen sind. Daher kann bei einer Insolvenz der Cleantech Infrastruktur GmbH unter Umständen auch eine Rückforderung bereits ausgezahlter Zinsen durch den Insolvenzverwalter drohen, das maximale Risiko für die Zeichner dieser Festzins-Anleihe in einem möglichen Totalverlust des eingesetzten Kapitals nebst Zinsen besteht“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann in ihrer Stellungnahme weiter.

Anleger, die mit Zeichnung dieser Festzinsanleihe eine sichere Geldanlage begeben wollten, ihnen die Risiken hieraus indes nicht mitgeteilt wurden, haben die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche gegen den agierenden Anlageberater / Anlagevermittler zu prüfen.

Ohnehin steht die Kündigung der Anleihe selbst bei einer zweijährigen Haltedauer bei Zeichnung in 2014 im Raum.

„Wir haben zwischenzeitlich unseren Mandanten dringendst empfohlen, bei der Emittentin die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals zzgl. Zinsen unter Fristsetzung zu verlangen. Hier wird die weitere Vorgehensweise zeigen, welche Handlungsoptionen für unsere Mandanten bestehen“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann aus der Kanzlei Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH weiter.

Betroffenen Anlegern sei eine umfassende Prüfung ihrer Handlungsmöglichkeiten angeraten, wenn die Emittentin trotz der von den Anlegern selbst ausgesprochenen Kündigung das eingesetzte Kapital bislang noch nicht rückerstattet hat.

Die Rechtsanwaltskanzlei Wittmann mbH aus Passau berät und vertritt geschädigte Anleger seit Jahren sowohl vorgerichtlich wie auch in den einzelnen Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen in ganz Deutschland.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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