Unschlüssiges Anlagekonzept verhilft geschädigtem Anleger zu Schadensersatz in Sachen "Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 GmbH & Co. KG"

Das Landgericht Landshut hat einem geschädigten Anleger Schadensersatz gegen den dortigen Anlageberater aus pflichtwidriger Anlageberatung zur Gesellschaft „Deutsche S & K Sachwerte Nr. 2 GmbH & Co. KG“ zugesprochen, weil dieser von seinem Anlageberater nicht über die fehlende Tragfähigkeit des angepriesenen Anlagemodells ordnungsgemäß aufgeklärt worden war.

Dies berichtet Bettina Wittmann, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH, Passau:

„Die einem Anleger zuteil gewordene Anlageberatung ist pflichtwidrig, wenn eine Beratung entweder nicht anleger- oder nicht anlagegerecht war. Grundsätzlich trägt der Anleger in allen Fällen, in denen es um Beratungspflichtverletzungen geht, die Darlegungs- und Beweislast für die von ihm behauptete Anlagefalschberatung. Wer also eine Pflichtverletzung seines Beraters geltend macht, muss diese grundsätzlich beweisen können“.

Dies ändert sich jedoch, wenn eine fehlerhafte schriftliche Erklärung des Beraters vorliegt oder wenn der Anleger Schadensersatz beansprucht, weil er über die fehlende Plausibilität einer Anlage nicht aufgeklärt worden ist.

Ein Anlageberater ist ebenso wie ein Anlagevermittler verpflichtet, die empfohlene Anlage auf Plausibilität hin zu prüfen. Nach ständiger Rechtsprechung ist bei einer reinen Anlagevermittlung Maßstab hierfür der kaufmännische Sachverstand, auch der Anlagevermittler insbesondere das Anlagekonzept auf Schlüssigkeit, wirtschaftliche Plausibilität und Tragfähigkeit hin zu überprüfen hat.

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Bettina Wittmann lässt auf eine Entscheidung des Landgerichts Landshut verweisen, wonach das Anlagekonzept zur „S&K Deutsche Sachwerte Nr. 2 GmbH & Co. KG“ schon nicht plausibel war. So geht das Landgericht Landshut unter anderem davon aus, der dort beklagte Anlagevermittler hätte bemerken müssen, dass es nicht plausibel ist, mit Immobilieninvestitionen dauerhaft Renditen über 16% zu erwirtschaften, also erheblich höhere Renditen, als bei anderen Investoren.

Rechtsfolge einer geltend gemachten Anlagefalschberatung ist die Verpflichtung des beklagten Anlageberaters / Anlagevermittlers, Schadensersatz zu leisten. Dies bedeutet, der geschädigte Anleger kann nicht nur den Schaden geltend machen, der ihm durch die empfohlene Geldanlage entstanden ist. Der investierte Betrag ist zudem noch in Höhe des entgangenen Gewinns zu verzinsen.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH rät betroffenen Anlegern der Deutschen S&K Sachwerte Nr. 2 GmbH & Co. KG auch aus verjährungsrechtlichen Gesichtspunkten an, mögliche Schadensersatzansprüche rechtzeitig prüfen zu lassen. Dies gilt insbesondere, wenn einem Anleger die Beteiligung als sichere Anlage bei vermeintlicher Absicherung über Grundschulden zur Zeichnung empfohlen worden ist.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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