Vergleichsweise Einigung bei "Sunrise Energy GmbH" mit dem Vertriebsbeauftragten

Mit einem Vergleich hat ein von der Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH für den dortigen Anleger geführter Rechtstreit beim Landgericht Berlin geendet. Dem von Frau Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Bettina Wittmann vertretenen Anleger wird vergleichsweise ein Teil der von ihm in die Sunrise Energy GmbH investierten Nachrangdarlehen vom agierenden Vertriebsbeauftragten rückerstattet werden.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann:

„Anlegern – also auch unserem Mandanten – wurden bei Begebung eines Nachrangdarlehens bei der Sunrise Energy GmbH enorme Renditen versprochen. Was unser Mandant nicht wusste und was ihm auch vom verantwortlichen Anlageberater nicht gesagt wurde, ist die Tatsache, dass ein Nachrangdarlehen keine „sichere Geldanlage“ darstellt. Als solche wurde es allerdings unserer Mandantschaft gegenüber beworben. Um die tatsächlich einem Nachrangdarlehen systemimmanenten Risiken, also hauptsächlich das bestehende Totalausfallrisiko sowie die Gefahr, im Insolvenzfall erst nach allen anderen Anspruchsberechtigten bedient zu werden, war im geführten Beratungsgespräch nach Aussage unseres Mandanten keine Rede“.

Unter der Überschrift „Finger weg! Wo Sie besser nicht investieren sollten“ berichtete die Wirtschaftswoche in ihrer Onlineausgabe vom 16.03.2017 um die enge Verbindung zwischen den Unternehmen „Sunrise Energy“, „Solar9580 GmbH & Co. KG“ sowie der vormals als „Neckermann Neue Energien AG“ firmierenden Gesellschaft. Geschäftsführer dieser Firmen ist u.a. Herr Andreas Brandl, gegen welchen weiteren Berichten zufolge zahlreiche Strafanzeigen, unter anderem wegen Insolvenzverschleppung laufen. Ermittelt wird unter anderem von der Staatsanwaltschaft Berlin.

Rechtsanwältin Bettina Wittmann in ihrer Stellungnahme weiter:

„Berichten weiterer Anlegeranwälte zufolge können Klage gegen die Sunrise Energy GmbH bzw. auch gegen die vormals als Neckermann Neue Energien AG firmierende Firma an der dortigen Geschäftsadresse „Kronenstr. 72 in Berlin“ nicht mehr zugestellt werden. Bei öffentlich zugestellten Klagen erwarten wir eine entsprechende Vollstreckung aus den sodann ergangenen Versäumnisurteilen, was in absehbarer Zeit dazu führen wird, dass die Firmen Insolvenzantrag stellen werden. Ob dann noch Geld zu holen sein wird, darf bezweifelt werden“.

Die Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH rät betroffenen Anlegern daher eine grundsätzlich fachkundige Prüfung möglicher Schadensersatzansprüche gegen die agierenden Anlageberater / Anlagevermittler. Anlegern, welche eine „sichere Anlage“ suchten, darf kein Nachrangdarlehen zur Zeichnung empfohlen werden. Insoweit können sich Schadensersatzansprüche gegen die Anlageberater ergeben, welche ihre Pflicht zur anleger- und objektgerechten Beratung nicht ordnungsgemäß ausgeführt hatten.

Die vergleichsweise Beendigung eines Rechtstreits ist – was das Ergebnis des Prozesses beim Landgericht Berlin gezeigt hat – daher grundsätzlich immer möglich. Für den Anleger bleibt zumindest dann die Hoffnung, einen Teil des Geldes wiederzuerlangen.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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