Volkswagen AG: Schadensersatz für Aktionäre wegen unterlassener Kapitalmarktinformation

Die Abgasmanipulationen der VW AG sorgten für einen massiven Kurseinbruch. Im Raum steht der Vorwurf der unterlassenen Veröffentlichung von Insiderinformationen sowie Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz. Schadensersatzansprüche ergeben sich somit aus § 37 b WpHG.

Aufgedeckt worden war die Abgasmanipulation bei VW durch die US-Umweltbehörde EPA, welche festgestellt hatte, dass die von VW eingesetzte Software in der Lage war, zu erkennen, ob gerade ein Abgastest durchgeführt wurde. Dann wurde in diesem Fall das Motorverhalten derart angepasst, dass die zulässigen Abgashöchstwerte nicht überschritten wurden. Im alltäglichen Fahrbetrieb jedoch wurden die Abgaswerte nach Angaben der EPA teilweise wohl um das 10 bis 40-fache überschritten.

Die Vorwürfe wurden vom damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn auch bestätigt.

Nachdem die Manipulationsvorwürfe nicht nur bekannt, sondern letztendlich auch bestätigt wurden, kam es zu einem massiven Kurseinbruch der VW-Aktien.

Angesichts der offensichtlich vorsätzlichen Manipulationen und Irreführung der Öffentlichkeit können sich Schadensersatzansprüche für geschädigte Aktionäre ergeben.

Man muss wohl davon ausgehen, dass es sich bei VW um gezielte Manipulationen gehandelt hat und diese auch im Konzern seit längerem bekannt waren. Diese Insiderinformationen hätten nach § 15 WpHG mitgeteilt werden müssen.

Da nach einzelnen Berichterstattungen die Ermittlungen der EPA schon im Mai 2015 eingeleitet waren, können zumindest diejenigen Aktionäre, die Aktien nach diesem Zeitpunkt erworben haben, nach § 37 WPHG Schadensersatz wegen unterlassener Kapitalmarktinformationen vom VW-Konzern verlangen.

Das Unterlassen einer unverzüglichen Veröffentlichung von Insiderinformationen berechtigt unseres Erachtens vor allem diese Anleger zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen.

Ähnlich wie die in den USA möglichen Sammelklagen gibt es in Deutschland die Option, dass sich betroffene Anleger zusammenschließen und gemeinsam ein sogenanntes Kapitalanlegermusterverfahren führen. Dies empfiehlt sich gegebenenfalls auch unter Beachtung verjährungsrechtlicher Problematiken.

Frau Rechtsanwältin Wittmann von der Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH ist Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht und Ihre Ansprechpartnerin in diesem Bereich. Sie informiert Sie gerne über das mögliche weitere Vorgehen und Ihre möglichen Ansprüche.

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