VW-Skandal: Landgericht Braunschweig eröffnet den Weg ins Musterverfahren

Das Landgericht Braunschweig hat in den ersten 10 Verfahren geschädigter VW-Aktionäre sogenannte Bekanntmachungsbeschlüsse erlassen und damit den Weg für eine Sammelklage geschädigter VW-Aktionäre in Deutschland bereitet.

Volkswagen-Aktionäre, die sich durch den Konzern aufgrund der Folgen der im letzten Jahr bekannt gewordenen Manipulation von Abgaswerten geschädigt fühlen, können sich dem Musterverfahren anschließen. Feststellungen, die das Oberlandesgericht Braunschweig in dieser „Sammelklage“ trifft, sind dann für alle Beteiligten des Musterverfahrens bindend.

Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht vertritt zahlreiche geschädigte Aktionäre, die von der Volkswagen AG Schadensersatz wegen der Verletzung von Informationspflichten geltend machen.

Wenn es – was wahrscheinlich ist – zu einem Kapitalmusterverfahren kommen wird, werden neben dem Musterkläger diejenigen Anleger beigeladen, die selbst auch Klage eingereicht haben. Durch die Beiladung besteht die Möglichkeit, am Musterverfahren beteiligt zu sein und auch auf dieses Einfluss zu nehmen.

Ansprüche stehen denjenigen Aktionären zu, die nach der pflichtwidrigen Unterlassung der Mitteilungspflichten Volkswagenaktien erworben haben und bei Bekanntwerden der Insider-Informationen auch noch in ihrem Depot hatten. Dies betrifft den Zeitraum zwischen Mai 2014 und dem 17.09.2015.

Die Verjährungsfrist in derartigen Verfahren kann sich daher auf ein Jahr ab Bekanntgabe der Manipulation beschränken. Ein Abwarten empfiehlt sich nicht, da auch ein späterer Anschluss an das Sammelklageverfahren grundsätzlich möglich ist, aber keine Vorteile mit sich bringt, insbesondere die Kosten gleich bleiben.

Für Fragen zum Thema „Dieselgate-Verfahren“ steht Ihnen unsere Anwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH, Passau, gerne zur Verfügung (info@rechtsberatung-passau.de).

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