Diesel-Abgasskandal: Bundesweit geben Gerichte den Geschädigten immer mehr Recht

Obwohl die Rechtsprechung in Deutschland zum sog. „Diesel-Abgasskandal“ nach wie vor sehr uneinheitlich ist, ist in aktueller Zeit grundsätzlich eine Tendenz der Landgerichte zugunsten der Anleger festzustellen.

Bettina Wittmann, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, die zahlreiche Diesel-Besitzer anwaltlich in deren Rechtstreitigkeiten bundesweit vertritt, erklärt:

„Gerade angesichts der wenig verbraucherfreundlichen Rechtsprechung des Landgerichts Braunschweig / Oberlandesgericht Braunschweig könnte die dort geführte Musterfeststellungsklage zum „Bumerang“ für betroffene Pkw-Besitzer werden. Gerade das Landgericht Braunschweig entscheidet zugunsten der VW AG in ihren Urteilen, welche sich leider auch einige Landgerichte anschließen“.

Betroffene Verbraucher sollten sich hiervon jedoch nicht abschrecken lassen, auch immer mehr Landgerichte zwischenzeitlich zugunsten der Verbraucher entscheiden.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang insbesondere ein Urteil des Landgerichts Düsseldorf, welches den betroffenen Autobesitzern einen Schadensersatzanspruch gegen den VW Konzern zugesprochen hat, obwohl die dortige Klagepartei das betroffene Fahrzeug erst nach Bekanntgabe des Abgasskandales erworben hat.

„Nach Meinung des Landgerichts Düsseldorf sei die von Volkswagen in September 2015 herausgegebene „Ad-hoc-Mitteilung“ weder vom Adressatenkreis noch inhaltlich geeignet, potentielle Kaufinteressenten von Fahrzeugen umfassend zu informieren. Allein die Existenz etwaiger Pressemitteilungen könne nicht auf eine konkrete Kenntnis der Klagepartei um die Betroffenheit ihres Fahrzeuges vom Motor des Typs EA189 beweisen“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann weiter, welche zudem darauf hinweist, dass aufgrund der aktuell ergangenen Entscheidungen Schadensersatzansprüche noch bis zum 31.12.2019 geltend gemacht werden können.

Sollte sich außerdem der Verdacht von Experten bestätigen, wonach das aufgespielte Update mit weiteren Abschalteinrichtungen versehen ist, so werden Anleger sogar noch nach dem 31.12.2019 ihre Schadensersatzansprüche geltend machen können. Dann dürfte es auch für den VW Konzern eng werden, obwohl einige Gerichte mit zum Teil abenteuerlicher Begründung das aufgespielte Software-Update als nacherfüllungstauglich ansehen.

„Dieser Argumentation sind wir allerdings schon seit Beginn der Prozesse gegen die einzelnen Pkw-Hersteller entgegengetreten, schon Ende 2018 in keinster Weise erkennbar war, ob das aufgespielte Software-Update überhaupt geeignet ist, ohne Folgen für das Fahrzeug die Umschaltlogistik zu beseitigen“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann weiter, welche betroffenen Pkw-Besitzern eine umfassende rechtliche Prüfung ihrer Handlungsoptionen anrät.

Die Anwaltskanzlei Wittmann GmbH berät und vertritt Eigentümer von betroffenen Dieselfahrzeugen unter anderem gegen die VW AG vorgerichtlich wie auch in den einzelnen Rechtstreitigkeiten bundesweit.

Weitere Informationen hierzu unter info@rechtsberatung-passau.de.

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