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Dieselgate 2.0 - Unzulässige Abschalteinrichtung beim Motor EA288 Euro 6?

Am 25.05.2020 stellte der BGH höchstrichterlich fest, dass die VW AG bei der Herstellung des Motors des Typs EA189 betrogen hat. Diese erfreuliche Information für betroffene Dieselfahrer wurde kurze Zeit später in einer weiteren Entscheidung des BGH insoweit relativiert, als dass die VW AG nach Meinung des BGH spätestens mit Veröffentlichung ihrer ad-hoc-Mitteilung vom 22.09.2015 einen „Sinneswandel“ unternommen und ihre Kunden zumindest ab diesem Zeitpunkt um den Abgasskandal in Kenntnis gesetzt habe.

Doch es mehren sich die Berichte, wonach auch im Nachfolgemodell des EA189, dem EA288, unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut sind.

Bettina Wittmann, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, welche bundesweit zahlreiche Diesel-Geschädigte anwaltlich vertritt, erklärt:

„So soll Experten zufolge auch im Nachfolgemodell des EA189, dem EA288, ein Thermofenster verbaut sein. In der Rechtsprechung herrscht noch keine Einigung, ob dieses Thermofenster eine unzulässige Abschalteinrichtung darstellt oder nicht. Demgegenüber hat die VW AG sogar in einer Rechtstreitigkeit zugestanden, dass das Thermofenster erkennen kann, ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand läuft oder nicht. Unter gewissen Temperaturen schalte die Abgasreinigung dann schlichtweg ab, was eindeutig für eine Abschalteinrichtung spricht“.

Tatsächlich qualifizieren zwischenzeitlich immer mehr Landgerichte die Installation eines Thermofensters als unzulässige Abschalteinrichtung. Sodann steht nach der Entscheidung des BGH vom 25.05.2020 ein Schadensersatzanspruch gemäß § 826 BGB im Raum, könne sich das Unternehmen mit einer Abgasmanipulation auf rechtswidriger Weise Wettbewerbsvorteile verschaffen, was schlussendlich auch zur Gewinnsteigerung führt. Dies erfüllt das objektiv sittenwidrige Verhalten und begründet den Schadensersatz aus § 826 BGB.

Der Motor EA288 wird mit einem Hubraum von 1422, 1598 und 1968 ccm sowie einer Leistung zwischen 55 und 176 KW verbaut. Seit 2012 wird dieser in Dieselfahrzeugen des VW Konzerns auch verwendet. Dieser Motor ist zum Beispiel im Golf VII der VW AG verbaut. Hier gibt es bereits eine Rückrufaktion des KBA. Berichten zufolge soll der gleiche Motor beim Skoda Suberb III verbaut sein, so dass auch dieses Fahrzeug – ebenso wie weitere Modelle der Audi AG, der VW AG und diverse Seat-Modelle - betroffen ist.

Die Wittmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH informiert über den aktuellen Stand im Abgasskandal und gibt betroffenen Besitzern von Dieselfahrzeugen konkrete Handlungsempfehlungen.

Informieren Sie sich bei uns über Ihre Rechte bei Ihrem Fahrzeug und nutzen Sie zwecks kostenloser Erstberatung zur Einschätzung Ihres Falls unseren Fragebogen unter www.rechtsberatung-passau.de. Wir prüfen sodann gerne Ihre Möglichkeiten.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

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