Lebens- und Rentenversicherungen: Wir prüfen Widerspruchsmöglichkeiten

Seit der Entscheidung des BGH vom 07.05.2014 (IV ZR 76/11) können Verbraucher bei fehlerhaften Widerspruchsbelehrungen noch zum jetzigen Zeitpunkt ihr Widerspruchsrecht ausüben.

Entscheidend ist, ob der Lauf der Widerspruchsfrist in Gang gesetzt wurde. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn dem Versicherungsnehmer neben dem Versicherungsschein die Versicherungsbedingungen und die Verbraucherinformation vollständig vorliegen und der Versicherungsnehmer ordnungsgemäß über sein auszuübendes Widerspruchsrecht informiert worden war.

Bettina Wittmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH, Passau:

„Nicht selten sind in unserer anwaltlichen Praxis Widerspruchsbelehrungen aus den Jahren 1999 bis 2004 Prüfungsgegenstand, welche zum Beispiel nicht auf das Schrift- bzw. Textformerfordernis hinweisen. Diese fehlerhafte Widerspruchsbelehrung hat dann zur Folge, dass ein möglicherweise unrentabler Lebens- und Rentenversicherungsvertrag nach Widerspruch beendet werden kann. Rechtsfolge ist grundsätzlich die Rückerstattung aller bislang geleisteten Zahlungen zzgl. einer vom Versicherungsnehmer nachzuweisenden Verzinsung“.

Die Möglichkeit, einer unrentablen Lebensversicherung zu widersprechen, ist auch in den Fällen gegeben, in welchen Schadensersatzansprüche wegen des Ablaufs der 10-jährigen Höchstfrist nicht mehr geltend gemacht werden können. Insoweit besteht die Möglichkeit, von seinem Rücktritts- oder Widerspruchsrecht Gebrauch zu machen, wenn die Widerspruchsfrist nicht ordnungsgemäß in Gang gesetzt wurde.

Die auf Verbraucherrechte spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Thieler & Wittmann GmbH berät Sie gern im Hinblick auf Ihre individuellen Möglichkeiten. Sie können entweder telefonisch unter der Tel-Nr. 0851/988400 mit uns Kontakt aufnehmen oder per Email unter info@rechtsberatung-passau.de.

Zurück