VW-Abgasskandal: Klagen noch bis Ende 2019 möglich?

Das OLG Koblenz hat in einer aktuellen Entscheidung den VW Konzern wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadensersatz verurteilt.

Dies berichtet Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, Bettina Wittmann unter Berufung auf aktuelle Presseberichte.

„Das OLG Koblenz folgte der Argumentation des dortigen Klägers um die Haftung des VW Konzerns aus § 826 BGB, einer deliktsrechtlichen Norm. Rechtsfolge hieraus ist die Verpflichtung der VW AG, das streitgegenständige Fahrzeug gegen Erstattung des Kaufpreises abzüglich genutzter Laufleistung zurückzunehmen“.

Damit hat wiederum ein Oberlandesgericht einen Schadensersatzanspruch des Verbrauchers gegen den VW Konzern wegen Manipulation des Schadstoffausstoßes beim Schummelmotor EA189 bejaht.

„Verjährungsrechtlich könnte das Eingreifen des § 826 BGB eine „Verlängerung“ der Verjährungsfrist bis Ende 2019 bedeuten. Betroffene Autobesitzer konnten erstmals in 2016 mit Kenntnis um das geplante Software-Update den Mangel des Fahrzeuges zur Kenntnis nehmen. Damit wäre die Verjährungsfrist zum 01.01.2017 in Gang gesetzt und endet zum 31.12.2019“, so Rechtsanwältin Bettina Wittmann in ihrer Stellungnahme weiter.

Zudem sind Anfang 2019 neue Vorwürfe bekannt geworden, nach denen auch das eingespielte Update der Motorsteuerung noch Abschalteinrichtungen enthalten soll.

Sollten sich diese Vorwürfe konkretisieren, würde die Verjährung ohnehin neu zu laufen beginnen. Bei anderen Motorvarianten wurden die Manipulationen ohnehin erst später bekannt. Berichten zufolge sind von der frühestmöglichen Verjährung Ende 2016 einige Audi-Modelle wie auch Daimler-Fahrzeuge mit den Motoren vom Typ OM651 oder OM642, außerdem der Motor des Typs C220D, DLC220D und Vito Porsche betroffen.

Weitere Informationen unter info@rechtsberatung-passau.de.

Rechtsanwältin Wittmann betreut und vertritt betroffene Anleger bundesweit gegen den VW Konzern wie auch gegen die Audi AG.

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